Bakowa

Erst vor den Toren läßt der Berg euch wirklich los.
Sein Atem kühlt noch euern Schlaf am frühen Tag,
doch abends hat er eure Kraft in seinem Schoß
und reift zur Nacht für neuen Spatenstich und Schlag.

Noch sind vom letzten Kalk die runden Giebel frisch.
Dem Wandrer alle Fenster gern entgegensehn
und laden ihn zu gutem Wort und heitrem Tisch,
auf dem die Gaben Gottes wie zum Gruße stehn.

Und aus den Kellern duftet kühl der gute Wein,
den Herz und Witz mit nie geschmähter Liebe zieht.
Ich hebī den Becher in den roten Abendschein,
und im Bescheid erklingt uraltes Sommerlied.

Der Sonntag aber grüßt mit anderm Angesicht.
Der Himmel bleibt in seinem ruhig heitern Glanz,
und aus der kühlen Kirche strahlt ein stilles Licht.
Ihr betet kurz, zur Sonne aber steht ihr ganz.


von Rudolf Hollinger