Tour de Banat – Der Weg ist das Ziel

 

Nachdem die Jugendlichen der DBJT bereits im Sommer 2017 eine Fahrradtour durch das Banat unternommen hatten, entstand auch bei den etwas älteren Banater Schwaben die Idee, eine ähnliche Radtour zu unternehmen. Die Initiative und eine grobe Tour Beschreibung stellte Ernst Bayerle, der HOG Vorsitzende aus Bakowa, bereits bei der Tagung in Frankenthal im März 2018 vor. Der Zeitpunkt der einwöchigen Reise legte man bewusst auf das Wochenende nach Pfingsten 2019, um somit auch die Teilnahme an den Heimattagen als gemeinsame Radgruppe hervorzuheben. Die Hauptroute sollte mit einem zentralen Übernachtungspunkt und täglichen Tagestouren in der Umgebung um Bakowa erfolgen. Außerdem war es wichtig, wie schon auch die Jugendlichen davor, eine Wahlfahrt von Bakowa nach Maria Radna mit dem Fahrrad zu unternehmen und in den Tourablauf miteinzuplanen. Das Vorhaben stieß bereits bei der Präsentation auf Interesse unter den anwesenden Teilnehmern in Frankenthal. Spontan entschlossen sich gleich die ersten Teilnehmer dabei zu sein.

Mit fast 14 Monaten Planung im Vorfeld leiteten Ernst und Silke Bayerle, die Hauptorganisatoren, die ersten Schritte ein. Die wichtigsten Punkte waren die Rahmenbedingungen, Übernachtung und Verpflegung zu klären, so wie die Besichtigungspunkte vor Ort auszuwählen und mit den Ansprechpartnern abzustimmen. Das Motto wurde treffend gewählt „Der Weg ist das Ziel“. Im Vordergrund stand kein Wettkampf untereinander und keine sportliche Höchstdisziplin, sondern die Gemeinschaft und das „Ziel“ gemeinsam zu erreichen. Recht schnell waren wir eine Gruppe von ca. 15 Teilnehmern und wir waren ausgebucht, aufgrund der begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten als Gruppe vor Ort, mit Fahrrädern und den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Es wurde eine WhatsApp Gruppe gegründet und auf der virtuellen Plattform trafen sich plötzlich 15 sich größtenteils fremde „Schwowe“. Brainstorming, ein Ideenaustausch, wurde angestoßen. Gleich fanden sich, wie es bei der schwowischen Mentalität üblich ist, freiwillige Helfer in dem jeweiligen Bereich. Jeder brachte sich mit seinen Stärken ein. Der gemeinsame Auftritt als Gruppe lässt sich durch das Tragen eines gemeinsamen T-Shirts signalisieren. Es wurde gemeinsam ein T-Shirt entworfen mit dem Aufdruck „Tour de Banat – Der Weg ist das Ziel“ und mit dem Aufdruck der Route auf der Rückseite. Als Signalfarbe wurde neongrün ausgewählt, gut zu erkennen, um nicht übersehen zu werden. Außerdem ist die Farbe Grün, auch die Farbe im Banater Wappen.

Es wurden Fahrgemeinschaften gegründet, unter bis dahin noch fremde Gesichter. Es war eine gewisse Vorfreude bei allen Teilnehmern zu spüren. Das Training ist bei einem solchen Vorhaben nicht zu unterschätzen. Eine Vortour wurde im kleinen Kreis an einem Wochenende im Mai in Bad Füssing geplant, die Wetterpropheten meinten es nicht so gut und das Training konnte nicht wie geplant mit den entsprechenden Trainingszielen ausgeführt werden, es reichte nur für ein paar kleine Ausfahrten zwischen den Regenzeiten und ein kleines Kennenlernen.

Die Anreise erfolgte individuell über das Wochenende. Mit im Gepäck war auch das eigene Fahrrad. Von den klassischen Cityrädern, über Mountainbikes und den neuen Pedelecs / E-Bikes, mit entsprechender eingebauter Unterstützung, war alles dabei. Der größte Teil der Gruppe traf sich zum ersten Mal in Mosnita Noua im Hotel „Castel Royal“. In dem ca. 3 km zu Temeswar angrenzenden Ort, mit der eigenen kleinen Bierbrauerei, hier sollte der Hauptstützpunkt über das Wochenende sein. Das Ziel war es sich erstmals an die Banater Luft und die plötzlich, erst kurz davor, angestiegenen heißen Temperaturen im Banat zu gewöhnen, sich langsam in der Gruppe kennenzulernen und die Veranstaltungen der Heimattagen zu besuchen. Am Samstagabend beim traditionellen Ball im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus stießen weitere Teilnehmer dazu und die Gruppe wurde vollständig. Die kleinen Touren entlang der Bega auf dem gut ausgebauten Fahrradweg hatten auch seine Reize.

 

Tag 1: Der entscheidende Startpunkt der kompletten Truppe war am Montagmittag beim Treffpunkt in Bakowa. Ab diesem Zeitpunkt bestand „Kleiderordnung“ und wir traten signalstark in unseren neongrünen Tour-T-Shirts auf. Selbstverständlich war es auch wichtig einen Hauptfotografen festzulegen, damit es auch ausreichend schönes Erinnerungsmaterial gibt. Hierzu wurde der Fotograf der HOG Bakowa, Helmut Batzina, ernannt. Zu Beginn wurde die Gruppe liebevoll kulinarisch im ortsansässigen deutschen Altenheim verköstigt. Dazu hatte der aus Bakowa stammende Helmut Weinschrott seinen selbstgemachten Wein und Cognac bereitstellen lassen, den wir uns gerne schmecken ließen. Die meisten Teilnehmer stammten ebenfalls aus Bakowa und Umgebung und somit war auch ein bisschen Wehmut dabei, „heim zu kommen“ und viele Erinnerungen auszutauschen und diese auch mit den Nicht-Bakowaer zu teilen. In Bakowa gibt es sehr viele soziale Einrichtungen der Caritas. Wir besichtigten die Pater Paulus Farm am Ortsrand, dort werden Obdachlose resozialisiert, sie wohnen und arbeiten in dieser Einrichtung. Der ebenfalls aus Bakowa stammende Direktor von Caritas Banat, Herbert Grün, zeigte uns noch das, erst letztes Jahr, neu eröffnete Pflegeheim für chronisch Kranke, die niemand mehr haben sowie die Kindertagesstätte. Dort erhalten Kinder aus sozialschwachen Familien ein warmes Mittagessen und werden bei den Hausaufgaben betreut bzw. dürfen im Garten zusammen spielen. Ein Besuch im Friedhof und am Kriegerdenkmal standen ebenfalls auf dem Programm. Zum Abschluss fuhren wir noch zum Naherholungsgebiet den "Bakowaer Ziegellöcher". Am späten Nachmittag ging es weiter nach Busiasch, nach dem einchecken in der Pension Paradis fuhren wir zur Weinprobe zur CramaDealul Dorului“. Die Region ist bekannt für gute Weine. Wir erhielten nicht nur fünf Spitzen-Weine zur Probe, sondern bekamen auch noch einen sehr interessanten und informationsreichen Vortrag über die Weinherstellung. Anschließend gab es Wildgulasch mit Mamaliga (Polenta).

 

Tag 2: Gut erholt ging es nach dem Frühstück los. Wir radelten bis nach Silagiu und dann den "Silascher Weinberg" hinauf. Auf den letzten 2 km war der Weg leider nicht mehr asphaltiert und hinzu kam auch noch der Anstieg. Als Team nahmen wir gegenseitig Rücksicht und zusammen kamen wir schließlich an der kleinen Kapelle gut und erschöpft an. Dort erwartete uns schon Pfarrer Eugen Vodila. In einer gemeinsamen Herz Jesu Andacht erinnerten wir uns der schweren Arbeit der Bakowaer, die diese ehemalige Ziegenwiese zu einem fruchtbaren und berühmten Weinberg gemacht haben. Anschließend kehrten wir zur Weinprobe in das Weingut Aramic ein. In dem erst vor kurzem fertiggestellten Saal, mit einem wunderschönen Blick auf die umliegenden Weinberge stellte man uns fünf Spitzen-Weine dieser Crama vor, dazu wurde eine reichliche Vorspeisenplatte serviert. Anschließend gab es Fasan-Suppe, einen leckeren Hauptgang sowie einen Strudel als Nachtisch. Gut gesättigt brachen wir zur Rückfahrt in die Pension nach Busiasch auf. Am Abend radelten wir dann noch bis zum „Aeroport Busiasch“ und ließen den Abend dort ausklingen.

 

Tag 3: Das Tagesziel war für die meisten Teilnehmer wohl die größte Herausforderung, aber auch Freude. Das Ziel war der Wallfahrtsort Maria Radna, auf dem Weg, den die Bakowaer früher zu Fuß gegangen sind. Als erstes radelten wir nach dem Frühstück von Busiasch nach Bakowa. Um 9 Uhr empfing uns der Pfarrer Vodila in der kath. Kirche zu einer heiligen Messe, zum Schluss segnete er die Teilnehmer und die Fahrräder. Das Begleitfahrzeug lud das Bakowaer Wallfahrtskreuz auf, sowie ausreichend Wasser und Proviant, damit die Radler allzeit gut versorgt werden konnten. Vor uns lagen ca. 70 km - der traditionelle Wallfahrtsweg der Bakowaer. Unter den Teilnehmern hatte sich das Omen verbreitet, nachdem die Banater Jugendlichen diese Strecke bereits vor zwei Jahren fuhren, dass der Straßenbelag stellenweise sehr sehr schlecht sein könnte? ! ? Was wird uns erwarten? Mit dem Motto "Der Weg ist das Ziel" brachen wir um 10 Uhr von Bakowa auf. Es waren ergreifende Momente, als zum Abschied die Glocken läuteten. Der erste Teil der Strecke, bis nach dem Überqueren der Autobahn, war asphaltiert. Anni Wendl, unsere aus Bakowa stammende Tempomacherin fuhr mit einem sehr guten Schnitt von 20 km/h voran. Die Straße begann schlechter zu werden, aber wir waren noch immer guten Mutes. Dann begann allerdings das "Schmankerl" dieser Strecke, der unasphaltierte Weg ca. 25 km, mit mal größeren, mal kleineren Steinen, manchmal auch Kies und hoch und runter. Wir erreichten den Ort Cuvesdia, es wurden bei den Bakowaer Radfahrern Kindheitserinnerungen wach. Hier übernachteten die Wallfahrer früher. Unser Begleit-Team suchte in diesem Ort ein schattiges Plätzchen und verwöhnte die hungrigen Fahrradfahrer mit einem ausgiebigen schwowischen Picknick. Nach der verdienten Rast ging es über Stock und Stein weiter, mal schlechter, mal besser. Bei dem Teilstück durch den Wald hatten wir mit vielen Stechmücken (Gelse) zu kämpfen. Kurz vor Lipova war die Straße wieder asphaltiert, wir freuten uns. Schon bei der Einfahrt erblickten wir die Kirchturmspitzen. Stolz und zufrieden erreichten alle Teilnehmer nach 6:45 Std. (inkl. Pausen) den Wallfahrtsort Maria Radna. Eine stolze Leistung für alle in der Gruppe ohne E-Bike. Pfarrer Andreas Reinholz empfing uns. Fast als erste Gäste durften wir die Gästezimmer des ehemaligen Klosters beziehen. Zum Abendessen kehrten wir in das anliegende Restaurant Mara ein, welches von einem Neudorfer Landsmann betrieben wird, es gab leckeren Wildschweinbraten. Bei guter Stimmung und einem Frischgezapften sangen wir auf der Klosterterrasse zum Ausklang eines erlebnisreichen Tages bis spät in die Nacht Volkslieder die Pfarrer Hans (Jonut) auf seinem Akkordeon begleitete.

 

Tag 4: Nach einer erholsamen Nacht hinter den alten Mauern des ehemaligen Klosters, in den neu renovierten Räumlichkeiten, wurden wir mit einem herzhaften Frühstück verwöhnt. Zum festlichen Hochamt an Fronleichnam zogen wir als Rad-Wallfahrer-Gruppe mit Kreuz und Fahne zusammen mit dem Pfarrer und den Ministranten in die Kirche ein. Anlässlich des Feiertages Fronleichnam wurde zum Schluss an vier Stationen (Altäre in der Kirche) gebetet. Anschließend führte Pfarrer Reinholz durch das Museum und erzählte vieles über die Geschichte des ehemaligen Klosters. Das Franziskaner Kloster wurde vor 300 Jahren gebaut und die Kirche erst 50 Jahre später. Wir beschlossen gemeinsam einen fahrradfreien Ruhetag einzulegen. Damit wir, nach dem anstrengenden Vortag und der bevorstehenden Rückreise am nächsten Tag zu Kräften kommen, wurden wir im Restaurant Mara mit einem ausgiebigen Mittagessen verwöhnt. Nach einer leckeren „ciorba de perisoare“ bzw. „ciorba de burta“ folgten die traditionellen „mici“. Wir waren schon satt als dann noch der Hauptgang kam, Gratar (gegrilltes Fleisch) mit Kartoffel und Tomatensalat. Übersättigt nahmen wir im Begleitfahrzeug Platz und fuhren in das nur 7 km entfernte Neudorf. Gerhard Hellner, ein Teilnehmer unserer Gruppe, stammt aus diesem Dorf und er zeigte uns den Friedhof, die kath. Kirche und sein Elternhaus. Weiter ging es zur nahegelegenen Burgruine "Soimos". Der Weg nach oben erwies sich als sehr anstrengend. Erschöpft oben angekommen, wurden wir mit einer herrlichen Aussicht über Lipova und dem doch recht hügeligen Banat belohnt. Nach der Ankunft zurück im Kloster gab es ein kühles frischgezapftes Bier im Klostergarten. Zum Abendessen bereitete, der Neudorfer Landsmann Hans, eine kalte Platte mit Wildspezialitäten für die ausgehungerte Gruppe vor.

 

Tag 5: Das Tagesziel war wieder Bakowa, unser Ausgangspunkt der Fahrrad-Wallfahrt. Wir nahmen denselben Weg zurück, kannten somit schon die Strecke und wussten was für Hindernisse uns erwarten werden. Voll motiviert starteten wir von Maria Radna um Punkt 9 Uhr. Das Begleitteam packte noch das Auto und besorgte Proviant für die Reise. Insgesamt legten wir die selbe Strecke bis Bakowa in 4:40 Std. inklusive kurzen Trinkpausen zurück. Inzwischen waren wir ein gut eingespieltes Team und kamen sehr gut voran. Es war volle Konzentration angesagt und der Lenker musste gut festgehalten werden. Wir legten ein paar kurze Trinkpausen ein und stellten fest, dass uns die Rückfahrt wesentlich leichter viel. Somit entschlossen wir durchzufahren und erst in Bakowa das vorgesehene Picknick einzunehmen. Kurz vor 14 Uhr fuhren wir im Bakowa ein. Alle Teilnehmer waren mit der Tagesleistung sehr zufrieden. Das schwowische Picknick war somit verdient. Anschließend fuhren wir zu unserer Unterkunft nach Busiasch, dort gab es die Möglichkeit zur kurzen Abkühlung im Pool, bevor wieder geschlemmt wurde.

 

Tag 6: Zusammen mit der teilnehmenden HOG Vorsitzenden Hella Gerber radelten wir in das von Busiasch ca. 20 km entferne Dorf Nitzkydorf. Ein Schwabendorf im Banat, welches 2009 plötzlich über alle Grenzen hinaus bekannt wurde. Hertha Müller, die Nobelpreisträgerin für Literatur 2009, wurde in diesem Dorf geboren. Auf dem Programm standen einige Punkte. Trotz Wochenende und Schulferien wurden wir als erstes in der Schule von der Direktorin und der Leiterin des deutschen Ortsforums empfangen. In der Schule befindet sich ein kleines und sehr interessantes Museum. Die alten Schulbänke hatten nicht nur einen Erholungseffekt zum ausruhen, sondern Kindheitserinnerungen wurden wach. Auch in diesem Museum findet Hertha Müller einen Platz. Ein weiterer Fotostopp war das ehemalige Haus der Nobelpreisträgerin, Herta Müller. Gefolgt von den erhaltenen deutschen Kulturgütern: Kirche, Kriegerdenkmal und Friedhof. Anschließend wurde das Radler-Team bereits im Kulturheim vom Bürgermeister Danut Ionel Draghici und seinem Team erwartet, kulinarisch versorgt und mit der bekannten Gastfreundschaft bewirtet. Es gab ein leckeres Kesselgulasch. Frisch gestärkt traten wir die Verdauungsfahrt, gemeinsam mit einigen Jugendlichen der Tanzgruppe aus dem Ort, zu dem nahegelegenen Fluss "Poganisch", an. Dort breiteten wir die Picknickdecken aus und erholten uns. Auf der fast unbefahrenen Straße genossen wir die Kornfelder links und rechts und die typische Banater Ebene soweit das Auge reicht. In Blajova wurden wir mit frischem Casch (Schafkäse) empfangen. Nitzkydorf durften wir nicht ohne eine Stärkung mit frischen Getränken verlassen. Zum Abendessen kehrten wir am „ Busiascher Flughafen“ ein. Mit dabei war auch Grete Zirk, die Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Buziasch und ihr Ehemann Herbert. Anschließend wurden wir in ihr kleines Ferienparadies eingeladen. Mit einer sehr großen Angst vor den "Gelsen" (Stechmücken) spazierten wir über die Kolonnade in Busiasch zu Familie Zirk. Herbert erzähle uns bereits von seinem aktuellen Projekt. Als Schwob und Hobbybastler verwirklichte er sich einen kleinen Traum. Mit viel Zeit und Arbeit baute er in seinem Garten eine "Ulmer Schachtel" (Holzboot) nach, mit diesen Holzbooten kamen unsere Vorfahren vor 300 Jahren aus Deutschland ins Banat. Die Leidenschaft und das Herzblut sind sehr gut zu erkennen. Das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe wuchs von Tag zu Tag!

 

Tag 7: Der mitradelnde Vorsitzender der HOG Lugosch, Herbert Petri, freute sich uns heute zum Ende der Tour, seine Geburtsstadt zu zeigen. Wir brachen morgens nach dem Frühstück auf in die von Busiasch ca. 27 km entfernte Stadt Lugosch. Leider mussten wir kurzfristig umdisponieren, ein kleines Schlagloch in der asphaltierten Straße wurde zum Verhängnis. Das Team blieb zusammen und ging durch dick und dünn. Somit fuhren wir gemeinsam im Begleitfahrzeug nach Lugosch. Der erste Besichtigungspunkt war das Gymnasium "Brediceneanu", hier wurde und wird noch immer in deutscher Sprache unterrichtet. Es ging weiter bis zur großen schönen Eisenbrücke und der unmittelbar davorstehenden, für Lugoscher bekannte Treffpunkt, die "elektrische Uhr". Hier befindet sich der Eingang zur Fußgängerzone. Es war einiges in der Stadt los, anlässlich des Bierfestes, es gab einige Verkaufsbuden und Fahrgeschäfte. Zur Stärkung kehrten wir in das Restaurant Ryons ein, dort erwartete uns bereits Herberts ehemalige Schulfreundin, sie war eine erfolgreiche Sportlerin und gewann GOLD bei den olympischen Spielen 1988. Über die Brücke hinüber ging es zum Rathaus, laut der Temperaturanzeige in der prallen Sonne, waren es nachmittags 38 Grad. Zum Abschluss fuhren wir zum Friedhof, dort befindet sich die Muschong-Gruft. Jakob Muschong war ein banat-deutscher Industrieller, seine Unternehmen im Banat stellten Ziegeln her. Er war auch als "Ziegel-König" bekannt. Außerdem gilt er als Gründer von "Bad Busiasch" im Jahre 1906. Muschong baute eine Abfüllhalle zur Herstellung von Mineralwasser in Flaschen und eine Kohlensäurefabrik. Er erlitt 1923 einen Herzinfarkt, sitzende auf der Toilette, in seiner Residenz in Lugosch. Dies zeigt auch Muschongs Grabstein. Am späten Nachmittag kehrten wir zurück nach Busiasch und einige Teilnehmer liesen den Abend am "Aeroportul" in Busiasch ausklingen. Plötzlich zogen schwarze Wolken heran und es begann zu regnen. Der erste Regen der Woche. Bei der gesamten "Tour de Banat" hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter, zum Abschluss kam diese kleine Abkühlung gerade richtig.

Rückblickend wie aus einer Idee ein Projekt wurde, wie aus teilweise bis dahin Unbekannten ein gut abgestimmtes Team wurde, wie aus großen Herausforderungen Freude wurde, war Belohnung für uns. Die vielen schönen Momente die wunderschönen Erinnerungen kann uns keiner nehmen. Über die neuen Medien, Facebook, konnten wir unsere Eindrücke und Erlebnisse mit vielen Interessierten teilen. Denn geteilte Freude ist doppelte Freude.

 

Vielen herzlichen Dank an die Organisatoren der Gruppe Silke und Ernst Bayerle und an den Hauptfotografen Helmut Batzina sowie an alle Tour-Teilnehmer, die dazu beigetragen haben, dass wir uns gern daran zurück erinnern. Nach der Tour ist vor der Tour. Die Planungen der „Tour de Banat 2.0“ sind bereits angelaufen.

 

          Anita Maurer

 

mehr Fotos von der Tour de Banat gibt es hier (klick)

 

 

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